Wer jahrelang in einer Dachgeschosswohnung lebt, kennt das: Im Sommer schläft man schlecht, arbeitet schlecht, und wartet eigentlich nur darauf, dass es Nacht wird – und auch dann kühlt es kaum ab. In unserem Schlafzimmer und Büro haben wir in den letzten Wochen vor dem Auszug regelmäßig über 30 Grad gemessen. Genau das wollten wir im Neubau von Anfang an ausschließen.
In der Planungsphase haben uns viele beruhigt: Ein gut gedämmtes Haus mit Dreifachverglasung und Raffstores brauche keine aktive Kühlung. Wir haben das anders gesehen – und die Erfahrung des Sommers 2026 hat uns bestätigt. Steht die Hitze erst einmal tagelang an, stößt passiver Hitzeschutz an seine Grenzen.
Unsere Prioritäten: Schlafzimmer und Büro. Das Schlafzimmer hat große Glasflächen, die trotz Verschattung solare Wärme ins Haus lassen. Das Büro wiederum ist der Raum, in dem wir uns an Arbeitstagen am längsten aufhalten und hier produzieren PCs, Monitore, Server, und andere Geräte zusätzliche Wärme.
Ursprünglich wollten wir zunächst nur Wanddurchbrüche vorbereiten, um später nachrüsten zu können. Im Laufe der Planung haben wir uns dann entschieden, die Klimaanlagen direkt zu installieren.
Das Kühlkonzept: Split Klimaanlage und Wärmepumpe mit Kühlfunktion
Wir haben uns für eine Hybridlösung entschieden. Die Intensivkühlung im Schlafzimmer und Büro übernehmen zwei klassische Split-Klimageräte mit je einem Innengerät pro Etage. Unsere Wärmepumpe temperiert den Rest des Hauses über die Kühlfunktion unserer Fußbodenheizung. Jedoch lässt sich hier aufgrund der Taupunkt-Thematik nur eine milde Abkühlung der Räume erreichen.
Nach den ersten Tagen im neuen Haus können wir sagen: Das Konzept funktioniert. Sollte sich jedoch zeigen, dass der große Wohn- und Essbereich im Obergeschoss künftig mehr Kühlung braucht, können wir über einen Dachdurchlass und ein potenzielles zweites Außengerät diesen Bereich später nachrüsten.
Planung und Ausführung: Leitungen unsichtbar im WDVS
Büro und Schlafzimmer liegen exakt übereinander. Beide Innengeräte konnten wir dadurch an eine einzige Außeneinheit anschließen. Der Vorteil: kurze Kältemittelleitungen und niedrigere Installationskosten. Kältemittelleitungen, Kondensatschlauch und Stromversorgung wurden auf das unverputzte Kalksandsteinmauerwerk montiert und ohne zusätzliche Dachdurchbrüche über die Attika auf das Flachdach geführt.
Anschließend hat der Stuckateur das Wärmedämmverbundsystem (WDVS) direkt darüber angebracht. Die gesamte Technik ist somit komplett unter dem Putz versteckt und von außen nicht mehr sichtbar.
Damit die Leitungen beim Übergang an der Attika nicht zu sehen und der Witterung ausgesetzt sind, hat unser Spengler ein maßgefertigtes Blechgehäuse angefertigt.
Die Geräte mit Smarthome-Anbindung von Mitsubishi
Keine Experimente: Wir entscheiden uns für einen bewährten Anbieter. Mitsubishi hat einen guten Ruf für leise Anlagen mit modernem Design. Für uns ausschlaggebend war aber die Smarthome-Anbindung: Die Innengeräte lassen sich mit einem ESP32-Mikrocontroller nachrüsten und vollständig lokal integrieren (natürlich gibt es auch eine App von Mitsubishi, aber da wir lieber alles lokal ohne Cloud-Anbindung kontrollieren fällt das weg).
Im Innenbereich kommen folgende Geräte zum Einsatz:
- Schlafzimmer: Mitsubishi SRK 20 ZS-W
- Büro: Mitsubishi SRK 25 ZS-W (mit etwas mehr Kühlleistung, da größerer Raum)
Das Außengerät Mitsubishi SCM 40 ZS-W arbeitet auf dem Flachdach. Es steht auf einer Flachdachkonsole mit Dämpfungssockeln, die verhindern, dass Schwingungen ins Haus übertragen werden. Gegen Windlasten ist das Geräte durch Betonblöcke gesichert ist.
Den elektrischen Anschluss und die Absicherung im Verteilerkasten hat unser Elektriker übernommen.
Die Kosten im Überblick: Klimaanlagen und Montage
Damit ihr eine Orientierung für euer eigenes Budget bekommt, haben wir alle Kosten für Geräte, Montagematerial und Installation zusammengestellt:
| Endkosten | |
|---|---|
|
Mitsubishi Klimatechnik
Außeneinheit: SCM 40 ZS-W, Inneneinheiten: 2x SRK 20-25 ZS-W |
1.932,00 € |
|
Doppel-Kälteleitung
14 m, Inkl. hocheffektiver Wärmedämmung sowie integrierter Steuerleitung. |
306,00 € |
|
Abwasserschlauch für Kondensatableitung
14 m |
63,00 € |
Installationszubehör Klimaanlage
|
190,00 € |
| Abdicht-, Reinigungs- und Kleinmaterial | 95,00 € |
| Fracht, Projektierung, Logistik | 200,00 € |
|
Kältetechnischer Maschinen-/Meßgerätezuschlag
Beinhaltet zudem Kältemittel sowie Stoffe für bis 15 lfdm Kältemittelleitung (Strecke Innen- zu Außeneinheit). |
605,00 € |
| Kondensatpumpe mit Zubehör | 323,00 € |
|
Obermonteur
26h |
1.807,00 € |
|
Facharbeiterhelfer
26h |
1.287,00 € |
| MwSt. (19%) | 1.293,52 € |
| Gesamt | 8.101,52 € |
Kommentar schreiben