Keine offenen Kabelschächte, keine Durchbrüche und keine Markierungen an den Wänden mehr. Glatte Wände statt rohem Mauerwerk. Der Innenputz markiert den Übergang vom Rohbau zum Innenausbau. Fehler lassen sich später nur schwer korrigieren. Deshalb haben wir uns vorab intensiv mit Qualitätsstufen, Putzarten und Wandaufbau beschäftigt.
Qualitätsstufen beim Putz: Reicht Q2?
Wie glatt ist eigentlich glatt? Beim Innenputz geben die Qualitätsstufen an, wie eben und gleichmäßig die Wandoberflächen ausgeführt werden. Für Wohnräume kommen meist Q2-Q4 infrage. Q2 gilt als Standard bei geglätteten Putzoberflächen und wird oft für matt gestrichene Wände empfohlen. Der Aufpreis für Q3 wäre bei uns überschaubar gewesen, trotzdem haben wir uns für Qualitätsstufe Q2 entschieden.
Unser Ziel waren saubere, glatte Wände ohne sichtbare Mängel im Alltag. Q2 erfüllt genau diesen Zweck und reicht für die meisten Wohnbereiche aus.
Übersicht der Qualitätsstufen bei geglätteter Putzoberfläche
- Q1: Geschlossene Putzfläche
- Q2: geeignet z.B. für:
- Oberputze, Körnung >1,0 mm
- mittel bis grob strukturierte Wandbekleidungen
- matte, gefüllte Anstriche/Beschichtungen (z.B.quarzgefüllte Dispersionsbeschichtung), die mit langflorigem Farbroller oder mit Strukturrolle aufgetragen werden
- Q3: geeignet z.B. für:
- Oberputze, Körnung ≤1,0 mm
- fein strukturierte Wandbekleidungen z.B. Vlies
- matte, fein strukturierte Anstriche/Beschichtungen
- Q4: geeignet für:
- glatte Wandbekleidungen und Beschichtungen mit Glanz, z.B.: Metall, Vinyl- oder Seidentapeten
- Lasuren oder Anstriche/Beschichtungen bis zum mittleren Glanz
- Spachtel- und Glättetechniken
Das Ergebnis hat uns positiv überrascht. Selbst bei Streiflicht sind mit bloßem Auge keine nennenswerten Unebenheiten zu erkennen. Für unseren Anspruch ist Q2 vollkommen ausreichend.
Welche Putzarten dabei zum Einsatz kamen, hing stark vom Untergrund und vom jeweiligen Raum ab.
Putzarten und Wandaufbau im Überblick
Beim Innenputz gibt es keine Einheitslösung. Der Untergrund und die Nutzung des Raums bestimmen, welche Putzart sinnvoll ist. In unserem Haus kamen drei unterschiedliche Verfahren zum Einsatz.
Betonwände: Haftbrücke und Kalkzementputz
Beton hat eine sehr glatte Oberfläche, auf der der Putz nicht ohne Vorbereitung haftet. Deshalb haben die Verputzer zuerst eine organische Haftbrücke aufgetragen. Sie sorgt dafür, dass der nachfolgende Putz sicher am Untergrund hält. Anschließend folgte ein gespachtelter Kalkzementputz.
Kalksandstein: Maschinenfertigputz in den Wohnbereichen
Die Wände aus Kalksandstein haben die Verputzer mit 1-lagig (12mm) mit Innenwand-Maschinenfertigputz MP75 von Knauf verputzt. Für unsere Wohnräume war das eine einfache und bewährte Lösung. Der Putz sorgt für ebene Flächen, ein ruhiges Wandbild und bildet eine gute Grundlage für spätere Anstriche.
Feuchträume: Richtschienenputz
Die Bäder wurden mit einem Bad-Putz als Richtschienenputz mit verlängerten Zementmörtel, planeben zur Aufnahme von Fliesen mit Fliesenkleber verputzt. Mit Hilfe von Schienen werden die Flächen exakt ausgerichtet. Das Ergebnis sind ebene Wände, die den weiteren Ausbau deutlich erleichtern.
Detailarbeiten & Trockenbau: Fenster, Wandöffnungen und Deckenhöhe
Für den vollständigen Innenputz müssen die Verputzer natürlich auch alle verbleibenden Durchlässe verschließen, Fensterleibungen eben mit der Wand verbinden und gegebenenfalls die Deckenhöhe anpassen.
Wandöffnungen und Fensterleibungen
Die Verputzer verschlossen alle Schächte für Rohr- und Elektroleitungen mit WEDI-Bauplatten und verputzten sie. Anschließend mussten sie nur noch die Fenstleibungen einputzen. Damit ist die Grundlage für die späteren Malerarbeiten geschaffen.
Trockenbau im Untergeschoss
Im Untergeschoss hat der Rohbau im Badezimmer zwei verschiedene Deckenhöhen. Das ist nötig, um die Statik zu gewährleisten. Der Unterschied beträgt zwar nur wenige Zentimeter, doch die Deckenhöhe soll natürlich im gesamten Untergeschoss einheitlich 2,5 Meter betragen. Dafür hängt der Stuckateur 6 m² der Deckenfläche mit Trockenbau ab.
Abnahme: Baumängel bei den Verputzarbeiten?
Saubere Arbeit, keine Schäden und nichts vergessen. Das Problem: mehr gemacht als vereinbart. Die für den Innenputz beauftragte Firma hatte Verblendungen an die raumhohen Fenster angebracht und uns in Rechnung gestellt. Ganz ohne Auftrag.
Ärgerlich nicht nur für uns, sondern auch für den Fensterbauer, dem die Arbeiten eigentlich zustanden. Unserer Architektin und dem Bauleiter fiel das sofort auf und gemeinsam mit beiden Firmen fanden wir schnell eine Lösung. Für alle dadurch entstandenen Kosten zahlen wir nicht.
Solche Missverständnisse kommen beim Hausbau vor. Wichtig ist, sie früh zu erkennen und sachlich zu klären. Eine pragmatische Lösung spart Zeit und Nerven.
Wie viel kostet der Innenputz im Neubau? Die Preise im Überblick
| Kostenschätzung | |
|---|---|
|
Organische Haftbrücke Gipsputz
Betonwände, 66,00 m2 |
277,00 € |
|
Innenwand-Maschinenfertigputz Q2
516,00 m2 |
8.926,00 € |
|
Kalkzementputz (Keller/Feuchtraum)
25,00 m2 |
462,00 € |
|
Richtschienenputz in Feuchträumen
101,00 m2 |
1.869,00 € |
|
Kalkzementputz spachteln
47,00 m2 |
1.386,00 € |
|
Leibungsputz
MP 75 105,00m |
1.522,00 € |
|
Zulage: ebene Ablage
7m |
102,00 € |
|
Zulage: Putzträgerstreifen
3m |
102,00 € |
|
Position 1.15. Zulage: Bauplatten zum Schließen breiterer Wandöffnungen
7,00 m2 |
196,00 € |
|
Deckenkante Spachteln
8,00 lfdm |
220,00 € |
| Nachträgliches Einputzen Haustüre | 160,00 € |
| Anarbeiten StB-Treppe | 120,00 € |
| Tockenbauarbeiten | 805,00 € |
|
Zusätzliche Stundenlohnarbeiten
5 hours |
600,00 € |
| MwSt. (19%) | 3.181,93 € |
| Gesamt | 19.928,93 € |
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