Kunststoff, Holz oder doch Holz-Alu? Das Material der Fensterrahmen ist eine Grundsatzfrage im Neubau und oft entscheidet das Budget. Wir wollten Geld sparen und entschieden uns zunächst für Kunststofffenster. Doch nach dem ersten Angebot war klar: Daraus wird nichts.

Fensterauswahl: Was gibt es zu beachten

Plötzlich wirkt der Rohbau wie ein echtes Haus: Der Tag, an dem die Fenster kamen, war für uns ein großer Meilenstein. Dieser verzögerte sich allerdings immer wieder.

Am Anfang erschien alles sehr einfach. Größe, Öffnungsarten und Positionen hatten wir bereits in der Entwurfsphase mit unserer Architektin festgelegt. Für die Ausschreibung mussten wir nur noch ein paar Details klären.

Neben Material und Farbe mussten wir entscheiden, wie die Eckverglasung im Schlafzimmer ausgeführt wird: mit sichtbaren Profilen und Pfosten oder als nahezu rahmenlose Ecke. Dass diese Entscheidungen voneinander abhängig sind, war uns vorher nicht bewusst.

Wir wollten dunkle Fensterrahmen in Schwarzgrau. Bei Kunststofffenstern sind zu dunkle Farbtönen nicht empfehlenswert. Unter starker Sonneneinstrahlung können sich die Profile verziehen. Besonders betroffen sind große, bodentiefe Elemente. Genau wie wir sie haben.

Auch bei der Eckverglasung können Kunststofffenster die Möglichkeiten einschränken. Nicht jeder Hersteller bietet sie ohne zusätzlichen Pfosten an. In unserem Fall war es nur bei Holz-Alu-Fenstern möglich, dass die Scheiben an der Ecke direkt aufeinander treffen, ohne einen Eckpfosten mit Profilen zu verbauen.

Für uns waren beides Kompromisse, die wir für den scheinbar günstigeren Preis der Kunststoffvariante eingegangen wären.

Kunststofffenster: Warum unser „preiswerter Plan“ nicht aufging

Wenn man beim Hausbau eines lernt, dann dass man sich auf Preisschätzungen, Budgets und Erfahrungswerte am Ende nicht verlassen kann. Alle Angebote für den Einbau der Kunststofffenster lagen weit über dem, was üblich ist.

Gleichzeitig erhielten wir ein Angebot für Holz-Alu-Fenster, das viel günstiger war als erwartet. Es war zwar immer noch teurer als Kunststoff, doch die Differenz betrug nur wenige tausend Euro.

Für uns stand fest: Wir wechseln das Material.

Holz-Alu-Fenster: Hochwertig, robust und überraschend “günstig”

Dunkle Farbe ohne Risiko, unsichtbare Eckverglasung und hochwertiges Aussehen: Nachdem die Kunststofffenster ihren Preisvorteil verloren hatten, fiel uns der Wechsel leicht.

Holz-Alu gilt mittlerweile als Standard im hochwertigen Neubau und ist insbesondere bei großen, bodentiefen Fenstern einfacher umzusetzen.

Wir bemusterten unsere Fenster nur anhand eines Farbfächers. Ein Besuch in der Hersteller-Ausstellung wäre möglich gewesen, hätte aber wenig gebracht. Unsere genaue Kombination aus Farbe, Profil und Ausstattung standen dort schlicht nicht aus.

Unsere Fenster im Überblick

Wir entschieden uns für „Classic“-Reihe von Reitz, außen Aluminium, innen Holz mit klarer Kante. Die Fensterrahmen sind außen wie innen in RAL 7021 lackiert. Die Gläser sind dreifach verglastes Isolierglas (Argon) von Saint-Gobain Glassolutions (Neutralux advance).

Fast alle unsere Fenster sind bodentief. Einzige Ausnahmen: ein kleines Fenster über der Toilette im Gäste WC und das Lichtband im Wohnzimmer.

Im Wohn- und Essbereich haben wir eine besonders große Fensterfläche mit viel Festverglasung sowie eine Hebeschiebetür mit breitem Öffnungsmaß. Die Rahmen der Fenster nutzen wir, um die für die Statik notwendigen Stahlstützen im Wohnzimmer unauffällig zu positionieren. Dafür erhalten sie die gleiche Farbe wie die Fensterrahmen.

Das Schlafzimmer hat eine Eckverglasung ohne sichtbare Profile. Es besteht aus einer absturzsichernden Verglasung (TRAV). Damit zerspringt das Glas nicht, wenn es bricht. Die Glassplitter halten weiterhin zusammen und man kann durch das Fenster nicht nach außen stürzen.

Die bodentiefen Fenster in der Ankleide und dem Hauptbad haben eine andere Absturzsicherung: ein vorgebautes Geländer auch Französischer Balkon genannt. Damit es unauffälliger ist, haben wir uns für eine Variante aus Glas entschieden.

Fenstereinbau: Rahmen zuerst, Scheiben später

Ursprünglich war der Einbau der Fenster bereits für September vorgesehen. Mit dem Materialwechsel auf Holz-Alu verschob sich dieser Termin zwangsläufig. Aber aus gutem Grund: Der Fensterbauer fertigte die Fenster selbst nach Maß an.

Lieferengpässe verzögerten den Einbau weiter. Im November war es dann soweit. Erst kamen die Rahmen und mehrere Tage später auch fast alle Glasscheiben. Fast alle, denn zwei Elemente ließen noch ein paar Wochen auf sich warten.

Trotz Zeitverlust lief der Einbau selbst sauber. Die Montagecrew arbeitete schnell und die Rahmen sitzen auf den Millimeter genau.

Kosten: So viel haben unsere Fenster gekostet

Durch die unerwarteten Preise war Holz-Alu für uns die beste Kombination aus Qualität, Optik und Preis. Unser Tipp: Nicht auf Erfahrungswerte vertrauen und verschiedene Angebote einholen. Vielleicht sind Überraschungen dabei.

Die Positionen unten sind in den Ansichten oben markiert.

Kostenschätzung
1.1 Dreh-Kippflügel

3 Stück, 1.01 x 2.78

4.155,00 €
1.2 Absturzsicherung Glas

3 Stück, 1.01 x 0.90

1.350,00 €
1.3 Ganzglasecke + Ganzglasecke + Dreh-Kippflügel 10.600,00 €
1.4 Zulage: TRAV 1.700,00 €
1.5 Zulage: Flachbauschwelle für DK-Flügel 86,00 €
1.6 Festverglasung + Hebe-Schiebetür 12.020,00 €
1.7 Ganzglasecke + Festverglasung + Dreh-Kippflügel 7.550,00 €
1.9 Festverglasungen

2.265 x 2.78

2.800,00 €
1.10 Zulage: TRAV 370,00 €
1.11 Kippflügel zum Aushängen

1.56 x 0,68

825,00 €
1.12 Dreh-Kippflügel

1.01 x 2.78

1.477,00 €
1.14 Dreh-Kippflügel

0.885 x 1.10

730,00 €
1.16 Dreh-Kippflügel + Festverglasung

3.01 x 2.68

3.780,00 €
1.17 Dreh-Kippflügel + Festverglasung

2.26 x 2.68

2.860,00 €
1.18 Dreh-Kippflügel + Festverglasung

2.795 x 2.68

3.515,00 €
1.19 Dreh-Kippflügel

2 Stück, 1.01 x 2.68

2.960,00 €
1.21 Minderpreis: Entfall EPDM-Bahn

Wird vom Spengler gemacht

-2.988,00 €
MwSt. (19%) 10.220,10 €
Gesamt 64.010,10 €